Die Vorstellung, dass Männer keine Tangas tragen? Teil 4 – Die Feedback-Schleife

Ein sich selbst verstärkender Kreislauf

Es entsteht eine Rückkopplungsschleife.

  1. Männer sehen selten Werbung für Tangas, die sich an sie richtet.
  2. Sie gehen davon aus, dass nur wenige Männer solche Unterwäsche tragen.
  3. Einzelhändler führen weniger Modelle im Sortiment.
  4. Die Medien zeigen sie nur selten.
  5. Verbraucher (insbesondere Männer) halten sie weiterhin für ungewöhnlich.
  6. Und das Schlimmste daran: Viele Männer, die regelmäßig Tangas tragen, vermeiden es, diese dort zu tragen, wo andere sie sehen könnten (Fitnessstudio, Schwimmbad, Strand). Die Mehrheit der Männer, die regelmäßig Tangas tragen, wechselt zu konventionellerer Unterwäsche, bevor sie ins Fitnessstudio, ins Schwimmbad oder an den Strand gehen. Dies geschieht meist aus der Befürchtung heraus, in ein bestimmtes Klischee gesteckt zu werden oder negative bzw. unerwünschte Konsequenzen zu erleben; dies befeuert wiederum den Mythos, dass Männer keine Tangas tragen.

Nichts an diesem Kreislauf spiegelt zwangsläufig den tatsächlichen Tragekomfort oder die Zufriedenheit derjenigen wider, die sie tatsächlich tragen. Der letzte Punkt ist eine reine Angstreaktion auf all die Vorstellungen, die wir uns im Kopf darüber gemacht haben, was passieren könnte – was in der Realität jedoch selten geschieht. Dies ist womöglich der Aspekt, der am schwersten zu überwinden ist.

Unterschiedliche Maßstäbe bei der Akzeptanz

Die Wahl der Unterwäsche bei Frauen wird im Allgemeinen als persönliche Modeentscheidung betrachtet.

Eine Frau, die Folgendes trägt:

  • Slips
  • Bikini-Slips
  • Boyshorts
  • Tangas
  • Nahtlose Unterwäsche

Ihre Weiblichkeit wird selten infrage gestellt.

Die Wahl der Männerunterwäsche wird oft mit übergreifenden Vorstellungen von Männlichkeit verknüpft.

Ein Mann, der trägt:

  • Boxershorts

gilt als konventionell.

Ein Mann, der trägt:

  • Slips

kann gelegentlich mit Stereotypen konfrontiert werden.

Ein Mann, der trägt:

  • einen Stringtanga

wird manchmal mit Annahmen über seine Persönlichkeit, Sexualität, sein Selbstbewusstsein oder seine Beweggründe konfrontiert – obwohl die Unterwäsche allein nichts davon preisgibt.

Dies verdeutlicht ein breiteres gesellschaftliches Phänomen: Kleidung wird oft je nach Geschlecht des Trägers unterschiedlich interpretiert.

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